Pygmalion
 

Der 1912 entstandenen populärsten Komödie Shaws liegt die Sage vom kyprischen König Pygmalion zugrunde, der sich in eine weibliche Statue verliebte, die von Aphrodite zum Leben erweckt wurde; in OVIDS Metamorphosen wird der König zum Bildhauer, der sich in die von ihm geschaffene Statue der Galatea verliebt. Shaws Pygmaliongestalt ist ein Phonetiker, Professor Henry Higgins, dessen einzige Leidenschaft der Reinheit und dem Adel der englischen Sprache gilt und der davon überzeugt ist, daß die soziale Stellung eines Engländers einzig und allein von seinem Akzent abhängt. Higgins'Galatea ist das Blumenmädchen Eliza Doolittle, deren Gossenjargon ihm eines Abends in Covent Garden auffällt. Aufgrund einer Wette mit seinem Fachkollegen Oberst Pickering geht er daran, sie soweit von ihrem Cockney-Akzent und ihren Armeleutemanieren zu befreien, daß sie in der besten Gesellschaft als feine Dame auftreten kann. Der Komfort in Higgins' Junggesellenhaushalt in der Wimpole Street, die neuen Kleider und die Möglichkeit, ihrer Vorliebe für Taxifahrten und Konfekt zu frönen, täuschen Eliza nicht lange über die erniedrigende Tatsache hinweg, daß sie für Higgins nur ein Versuchskaninchen ist. Ohne an die Folgen seines Experiments für den Menschen Eliza zu denken, unterwirft er sie in seinem Sprachlabor einem gnadenlosen Drill.

Daß es schließlich doch noch gelingt, aus dem Mädchen eine wirkliche Dame zu machen, ist nicht Higgins zu verdanken, dessen eigene Manieren denkbar rüpelhaft sind, sondern Pickering, der sich Eliza gegenüber von Anfang an als Gentleman benommen hat. Als sie den entscheidenden Test, einen Botschaftsempfang, glänzend besteht, sonnt sich Higgins in seinem Triumph und ist gänzlich unfähig, Elizas Verzweiflung zu verstehen. Die lebendigen Auftritte sind ebenso wie die letzte Auseinandersetzung zwischen Eliza und Higgins exemplarisch für die Kunst Shaws, ein Stück ganz aus dem Dialog leben zu lassen, ohne es zu einer bloßen Lehrdiskussion zu machen. - Pygmalion, schon auf der Bühne und im Film ein durchschlagender Erfolg, kam zu neuen Ehren, als 1956 die Musical-Version My Fair Lady einen unerhörten Siegeszug antrat.

Presseartikel

Regie: Mirco Vogelsang  
Regieassistenz: Irene Küng  
Bühnenbild: Eva Haberlandt  
Kostüme Erna Büchel  
     
Es spielten mit: Egli Peter
Botschafter
  Rietmann Daniela Botschafterin
  Tobler Urs Bummler, Diener
  Thürlemann Beat Alfred Doolittle
  Helfenberger Sibille Eliza Doolittle
  Züger Maria Mrs. Eynsford Hill
  Schärer Gabriela Clara Eynsford Hill
  Helfenberger Raimund Freddy Eynsford Hill
  Lamine Nicole Mrs. Higgins
  Sieber Marcel Henry Higgins
  Bon Andreas Nepomuck Whiskers
  Rufer Monika Miss Pearce
  Benz Michael Oberst Pickering
  Ammann Pia Statistin
  Egli Christine
Statistin
  Mathis Bischofberger Hilda Stubenmädchen
  Bischofberger Werner Statist
  Bürki Karl
Statist
  Ciceri Felice
Statist
  Helg Andrea Statistin
  Niederer Oliver
Statist
  Perrin Guy
Statist
  Rutz Beatrice
Statistin
     
Licht Claudia Mauss  
  Philip Heselton  
  Daniel Züger  
Ton Jean-Paul Helfenberger  
Kostüme Irene Eigenmann  
Maske Fabienne Merten  
  Melanie Helfenberger  
  Helene Häfele  
  Judith Fuchs  
  Damiana Caputo  
  Miranda Schönholzer  
Vorverkauf Nicole Härz  
Bühne Michael Maggiorini  
Bühnenbau Daniel Züger  
  Jean-Paul Helfenberger  
  Michael Maggiorini  
  Andreas Bon  
  Roland Wick  
Malen Daniel Züger  
  Christine Egli  
  Urs Tobler  
  Itta Loher  
Dekoration Chantal Zollet  
  Gabriela Schärer  
  Sabine Schwager  
  Melanie Helfenberger  
  Sibille Helfenberger  
Küche Doris Wick  
     

 

 

geändert: 19. Mai 2010