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Andwil. Am vergangenen Wochenende feierte die «thearteria» die Premiere ihrer neusten Produktion Das Publikum war vom temporeichen Stück begeistert.

Christof Krapf
Das nackte Chaos herrscht auf der Bühne im Andwiler Ebnetsaal.
«Etwas benachteiligt» seien die Gäste der Vorpremiere von «Der nackte Wahnsinn», sagte Regisseur Christian Kaeser bei seiner Begrüssung. «Benachteiligt, weil die Vorpremiere eine Hauptprobe mit Publikum ist.» Es könne sein, dass er gewisse Szenen unterbrechen müsse. «Sollte das der Fall sein, hätte ich aber meinen Job nicht gut gemacht.»
Seinen Job nicht gut gemacht, hat der Regisseur Lloyd Dallas. Mit einer Theatergruppe studiert er das Stück «Nackte Tatsachen» ein. Bereits bei den Probearbeiten herrscht im wahrsten Sinn des Wortes «Der nackte Wahnsinn». Die Gänge stimmen nicht, ein Schauspieler verschläft seinen Einsatz, und da und dort vergisst einer seinen Text. Auch bringen die Schauspieler ihre alltäglichen Probleme mit, und einzelne sind einem kräftigen Schluck aus der Whiskeyflasche nicht abgeneigt. Dies ist für die Probearbeiten natürlich nicht wirklich ideal.
Dazwischen folgen immer wieder die Anmerkungen des arroganten und egozentrischen Lloyd Dallas, welcher von Marcel Sieber hervorragend gespielt wurden. Beeindruckend war ausserdem, wie die Schauspieler der «thearteria» zwischen ihren zwei Rollen hin und her wechselten.
Geschehen hinter der Bühne
Das eigentliche Highlight von «Der nackte Wahnsinn» folgte im zweiten Akt. Die Bühne im Andwiler Ebnet Saal wurde in der Pause umgedreht. So erhielt das Publikum Einblick ins Geschehen hinter der Bühne während einer Aufführung. Während die Schauspieler auf der Bühne Einheit demonstrieren, herrschen hinter der Bühne Chaos und Streitigkeiten. Regisseur Dallas ist in Schauspielerin Brooke verliebt. Gleichzeitig hat er aber ein Verhältnis mit seiner Assistentin Poppy Norton-Taylor, welche ein Kind von ihm erwartet. Die Schauspieler spielen sich Streiche und gehen sogar mit der Axt aufeinander los. Dazwischen müssen sie immer wieder auf die Bühne. Das Geschehen hinter der Bühne wird pantomimisch gespielt. Auch ohne Worte vermochten die Schauspieler, im Publikum Lachanfälle auszulösen.
Keine Ruhepause
Im letzten Akt erlebt das Publikum eine völlig misslungene Aufführung des Stückes. Während des ganze Abends wurde dem Publikum keine Ruhepause eingestanden. Die aufwendig gebaute Bühne verfügt über nicht weniger als zehn Türen und Fenster. So folgte in atemberaubendem Tempo eine Szene auf die andere. «Die vielen Türen sind bewusst gewählt. So wird das Spieltempo des Stücks erhöht», sagt Regisseur Käser. In der Tat blieb dem Publikum kaum Zeit zum Atmen. Kaum war ein Schauspieler von der Bühne verschwunden, tauchte aus einer anderen Türe ein anderer auf. Die Schauspieler der «thearteria» überzeugten auf der ganzen Länge. Das Publikum bekam eine hochstehende und unterhaltsame Vorführung geboten. Dies verdankten sie am Ende des Stückes mit Standing Ovations. Christian Kaesers Befürchtungen sind nicht eingetroffen. Er hat seine Arbeit gut gemacht. «Der nackte Wahnsinn» wird noch am 4., 5., 9., 11. und 12. November aufgeführt. Tickets sind unter www.thearteria.ch erhältlich.
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