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| Die Prinzessin ohne Worte |
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Desillusioniert und schweigsam – kaum die Eigenschaften einer Prinzessin. Im Theaterstück «Yvonne, die Burgunderprinzessin» der Thearteria in Andwil ist dies aber der Fall..
Barbara Kobelt Andwil. Zwei unbesetzte Stühle stehen einsam in der Mitte des Raumes, auf dem Boden haften weisse Klebband-Streifen, die den groben Verlauf der Bühne kennzeichnen. Und kurze Zeit später sitzt sie da – die die Hauptprotagonistin des Stücks «Yvonne, die Burgunderprinzessin». Sie sitzt da und bringt überhaupt kein Leben auf die provisorische Bühne der «Thearteria». Und das wird sich auch bei grellem Scheinwerferlicht und kunstvoll gestalteten Kulissen nicht ändern. Denn Yvonne, die Burgunderprinzessin, tut nichts und sagt nichts. Sie schweigt. «Es ist ein Stück, das absurde sowie satirische Elemente gleichsam enthält», sagt der Regisseur Christian Kaeser. Er weiss, dass «Yvonne, die Burgunderprinzessin» ein zeitaufwendiges Theaterstück ist und von den Schauspielerinnen und Schauspielern viel Verständnis für die einzelnen Charaktere erfordert. «Die Figur muss aus dem Kern heraus geöffnetn werden und das gelingt nur, wenn man den Text mit all seinen Eigenheiten kennt und versteht.» Aus diesem Grund legt Christian Kaeser grossen Wert auf die genaue Einhaltung des Drehbuchs. Vorgegebene Regieanweisungen wie Sprechpausen seien schliesslich keine Skript-Verzierungen.
Unterbrechungen gibt es kaum. Ausser dann, wenn Denise Weishaupt spontan einige Turnübungen absolviert - als Ausgleich zum ständigen Nichtstun der Prinzessin Yvonne. Auf Handy-Pausen wird bei den Proben ebenfalls verzichtet - gezwungenermassen. Denn im Keller des Primarschulhauses Ebnet in Andwil gibt es keinen Empfang. Viel Zeit bleibt auch nicht mehr, denn bereits in zwei Wochen ist Premiere. Bis dahin wird die Burgunderprinzessin mit Sicherheit die einzige sein, die lediglich dasitzt und nichts tut.
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