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    Besuch einer Prinzessin
 
   

Yvonne, die Burgunderprinzessin, ist nicht schön. Und sie schweigt. Trotz allem macht der Kronprinz einen Heiratsantrag. Der Hof und mit ihm das ganze Königreich stehen kopf. Wie die Geschichte ausgeht, erzählt die Thearteria.

MARIANNE BARGAGNA

andwil. Eliane Blumer und Petra Fürer, die Co-Projektleiterinnen des Andwiler Theatervereins Thearteria, kennen die Geschichte der Burgunderprinzessin in- und auswendig. Sie haben sie genau gelesen, nebst anderen Stücken, unter anderem solchen von William Shakespeare. Fünf bis sechs Werke hätten sie «durchgeackert». Die «Lesephase» begann im vergangenen Oktober. Im April reisten sie mit drei Stücken zum Regisseur Christian Kaeser nach Zürich. Auf der Heimfahrt im Zug waren es noch zwei.
Als sie in Gossau ausstiegen, da war es nur noch eines: «Yvonne, die Burgunderprinzessin» aus der Feder des polnischen Schriftstellers Witold Gombrowicz.

Intensive Zeit steht bevor
Die Projektleiterinnen haben sich den Entscheid nicht leicht gemacht. Eliane Blumer sagt lachend: «Das war ein Hin und Her zwischen Kopf und Bauch.» Der Entscheid ist nun gefallen, er fiel auch bei den übrigen Mitgliedern der Thearteria auf Gegenliebe. Alle haben sie nun das Büchlein von Gombrowicz, können die Geschichte der Burgunderprinzessin kennenlernen und sich so auf ein weiteres Theatererlebnis vorbereiten.

Begleitet werden sie von Christian Kaeser, einem Regisseur und Schauspieler, der sagt: «Ich mache Theater für Zuschauer, und als Regisseur geniesse ich das grosse Privileg des .» Kaeser führte bereits vor vier Jahren Regie. Damals gab's «Arsen und Spitzenhäubchen» in Andwil zu sehen. Und vor zwei Jahren, «Der Geizige» von Molière stand auf dem Programm, führte Kaeser wieder Regie. Eliane Blumer und Petra Fürer freuen sich: «Christian Kaeser hat spontan zugesagt.» Im August werden die Proben beginnen und damit wird eine arbeitsintensive Zeit anbrechen. Die Projektleiterinnen, sie werden übrigens auch auf der Bühne stehen, sagen: «Wir proben jeweils zweimal pro Woche und auch an Wochenenden.»

Ganzheitliches Theatererlebnis
Vorher aber müssen die Rollen verteilt werden. «Wünsche nach grossen oder eher kleineren Rollen werden berücksichtigt», sagen die jungen Frauen. Der Rest sei aber Sache des Regisseurs, der ja seine Mimen von den letzten beiden Aufführungen her kennt. Christian Kaeser wird übrigens auch für das Bühnenbild verantwortlich sein. Und die Andwiler Schauspieler werden nicht nur Texte auswendig lernen, Gesten und Mimik einstudieren, sondern sich auch handwerklich betätigen. Sie werden malen, den Hammer schwingen, Nägel einschlagen, Schrauben anziehen. Regieassistenz, Maske, Kostüme, Licht, Ton, Vorverkauf, Kasse – all das gehört auch zu den Vorbereitungen. Für Eliane Blumer und Petra Fürer kein Problem. Im Gegenteil. Der Einsatz in all diesen Sparten garantiere ein ganzheitliches Theatererlebnis. Bei den Vorbereitungen dürften sie jedes Mal auch auf die Unterstützung von Fachleuten aus dem Dorf zählen, sagen die passionierten Theaterfrauen.

«Es wird schon klappen»
Der persönliche Einsatz aller Vereinsmitglieder und anderer Helfer ist das eine, das andere sind die Finanzen. «Die Budgetsitzung muss erst noch stattfinden», sagen die Projektleiterinnen. Sie sind zuversichtlich: «Das Finanzielle wird schon klappen, es hat schon immer geklappt. » Das Budget für «Den Geizigen» vor zwei Jahren betrug ungefähr 65 000 Franken.


 
   

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