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    Feuerwerk an Theaterkunst
 
   

Bei der Premiere von Molières «Der Geizige» brillierte die «thearteria» mit einer Aufführung voll Witz und Klasse


andwil. Die Theaterleute der «thearteria» Andwil leisten mit «Der Geizige» von Molière Aussergewöhnliches. Die Theaterleute boten ein überzeugendes Feuerwerk an Theaterkunst auf hohem Niveau.

martin brunner

Als ein Stück mit besonderem Inhalt und einem aussergewöhnlichen Umfeld kündigte die «thearteria» Andwil «Der Geizige» von Molière an. Beides traf in hohem Masse zu. An der Premiere bewiesen die Theaterleute unter der Regie von Christian Kaeser, dass sie in der Lage sind, sich bei jeder ihrer Produktionen wieder auf Neues einzulassen und dies gekonnt umzusetzen.

Herausforderung diesmal war, dass die Schauspielerinnen und Schauspieler nicht in einer Guckkastenbühne, sondern in einer Arena spielten, umgeben vom Publikum. Ununterbrochen waren sie in unmittelbarer Nähe der Zuschauerinnen und Zuschauer, teilweise in direktem Blickkontakt mit diesen oder mitten unter ihnen. Sie meisterten diese Herausforderung geradezu spielend. So kam es, dass der Zuschauer gar nicht anders konnte, als sich mitten ins Geschehen gleiten zu lassen und zu vergessen, dass er in einem Theater sass.

Hohe Erzählgeschwindigkeit
Geprägt war das Stück durch eine enorme Geschwindigkeit in der Erzählweise und durch die Figur des Geizigen. Kaum einmal blieb eine Szene für längere Zeit stehen. Ständig kam eine Bewegung, eine Veränderung, eine neue und überraschende Reaktion dazu. Unablässig erzählten die Schauspielerinnen und Schauspieler nicht nur mit ihren Worten, sondern auch mit Mimik und Gestik kleinere und grössere Geschichten. Dabei ist es ihnen gelungen, ihren Personen die dazugehörende Charakteristik zu verleihen.

Herausragender Harpagon
So überzeugend alle ihre Rollen interpretierten, so herausragend spielte Marcel Sieber den Geizigen. Die Rolle schien ihm wie auf den Leib geschrieben. Es gelang ihm, den Harpagon als einen krankhaft geizigen Mann darzustellen. Er zeigte, dass dieser praktisch dem Wahn verfallen war und doch in seiner Umgebung die Fäden in der Hand behielt. Keine Sekunde, in der Sieber nicht in irgendeiner Form aktiv war, polterte, intrigierte, nörgelte. Er war zudem der einzige, der mit seiner Bekleidung in die Zeit Molières passte. Alle anderen stellten mit ihren Kostümen den Bezug zur Gegenwart her. Dieser wurde auch in den kleinen Zwischenspielen in Mundart klar, als Sieber seine «Bühnenarbeiter» massregelte oder im Publikum eine Abstimmung durchführte.

Bühne und Bar selber gebaut
Gegenwart herrschte auch im Ebnetsaal. Vom Bühnenboden über die Zuschauertribüne bis zu den Bars hatten die «thearteria-Leute» alles eigens für diese Aufführungen aufgebaut. Da wurde eigentlich fast zur Nebensache, dass es im Stück neben dem Geiz auch noch um Liebe und Heirat, Heuchelei und Hinterhältigkeit, Verzweiflung und Glück ging.

Weitere Aufführungen: 2., 3., 7., 9. und 10. November


 
   

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