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    Marktstimmung im Ebnetsaal
 
   

Die Aufführung von Molières «Der Geizige» soll in einer nicht ganz gewohnten Theateratmosphäre stattfinden


andwil. Der Verein Thearteria führt in diesem Jahr «Der Geizige» von Molière auf. Regisseur Christian Kaeser hat sich dabei für ein Wagnis entschieden und erhofft sich Theater in seiner Ursprünglichkeit.

martin brunner

Marktstimmung im Ebnetsaal für ein Theaterstück? Christian Kaeser, Regisseur der neuen Produktion der Thearteria, will genau dies erreichen und doch nicht allzu viel verraten. Nur so viel: Beim letzten Stück vor zwei Jahren betrieb die Thearteria in Bezug auf die Bühnengestaltung, die Kulissen, die Kostüme und mehr einigen Aufwand. «Diesmal soll mit <Der Geizige> von Molière alles viel einfacher sein», sagt Kaeser. «Ich werde mich ziemlich genau an den Ursprung dieser oft gespielten Komödie halten.» Das bedeute, dass er jene Stimmung hervorbringen wolle, in der zur Zeit Molières auch gespielt worden sei. «Eine Truppe kam auf ihrer Reise von Ort zu Ort zum Beispiel auf einen Jahrmarkt oder einen Platz und begann zu spielen.» Zuschauerinnen und Zuschauer seien spontan stehen geblieben und hätten zugeschaut. Aufwendige Kulissen habe es nicht gegeben. Das Geld dafür habe gefehlt. Zudem hätten Kulissen gar nicht mitgenommen werden können. «An einen Vorhang, eine Drehbühne oder ähnliche Ausrüstungen war gar nicht zu denken.»

Neues und Gewagtes
Was heisst das nun für die Produktion im Ebnetsaal? Sicher sei, dass das Publikum nicht zwei Stunden lang stehend zuschauen müsse, sagt Kaeser schmunzelnd. «Doch wir werden versuchen, irgendwie den Jahrmarkt in den Ebnetsaal zu bringen.» Dass diese Spielanlage für das Publikum einige Konsequenzen hat und spannend wird, liegt auf der Hand. Aber nicht nur für das Publikum, auch für ihn habe das ursprüngliche Theaterspiel mit nur den nötigsten Mitteln einen speziellen Reiz. Er schaue deshalb mit Spannung auf die kommenden Proben. Denn: «Noch vor zwei Jahren wäre ich dieses Risiko nicht eingegangen. Heute habe ich richtig Spass daran, etwas Neues und auch Gewagtes auszuprobieren.»

Vertrauen geben
Dieses Wagnis sieht er vor allem in der Nähe zum Publikum und den besonderen Herausforderungen, welche dies mit sich bringt. «Als Regisseur muss ich das Schauspiel von verschiedenen Seiten her arrangieren, so dass das Publikum von überall her das Geschehen mitbekommt», sagt er. Schauspielerinnen und Schauspieler müssten sich an den Gedanken gewöhnen, viel direkter gesehen zu werden. «Die Nähe zum Publikum erfordert eine entsprechende Spielweise und eine andere Einstellung. Meine Aufgabe ist es, den Mitwirkenden das Vertrauen zu geben, dass dies klappen wird.»

Vom Projekt überzeugt
Eliane Blumer und Petra Fürer freuen sich über die Idee, die der Regisseur verfolgt. Sie sind zum ersten Mal für die Projektleitung zuständig und gehören zu den elf Schauspielerinnen und Schauspielern in den 14 Rollen. Das Projekt selber sei organisiert und komme wunschgemäss voran. «Wir sind immer mehr überzeugt, dass wir die richtige Wahl getroffen haben», sagen sie. «Je mehr wir daran arbeiten, desto spannender wird es.» Ihre Rollen seien zwar klein. «Doch das Schauspiel macht uns grossen Spass und wir sind gespannt, wo uns Christian Kaeser noch hinführt.» Ziel aller ist, den Beteiligten und dem Publikum einen schönen, unterhaltsamen und spannenden Abend zu bescheren.



 
   

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