Tagblatt-Online Archiv © by St. Galler Tagblatt AG  
    Klassiker auf der Ebnet-Bühne
 
    Proben für «Arsen und Spitzenhäubchen» der Thearteria in der Endphase – Premiere am Samstag

andwil.
Die Kulissen sind erstellt, die Kostüme fast alle beschafft, die Schauspieler proben fleissig. Aber in der entscheidenden Phase bis zur Premiere werde sich noch einiges verändern, sagt Regisseur Christian Kaeser.

martin brunner

Die Stimmung im Bühnensaal Ebnet in Andwil ist fröhlich. Noch keine Spur von Nervosität wegen der nahen Premiere, aber viel Geschäftigkeit. Die Schauspielerinnen und Schauspieler bereiten sich auf die kommende Probe vor, die Requisitenverantwortliche nimmt Mass für eine Hose, die Regieassistentin bereinigt Daten auf dem Probenplan, der Regisseur erledigt rasch ein Telefon. Doch dann gilt die Aufmerksamkeit ganz dem Stück «Arsen und Spitzenhäubchen», dem neuen Theaterstück der Thearteria in Andwil. Mit Elan und Freude machen sich alle unter der Leitung von Christian Kaeser an die Arbeit.

Es bleibt noch viel Arbeit
«Ich bin mit den Leuten von der Thearteria bisher zufrieden», sagt der Regisseur etwas zurückhaltend und schmunzelnd. Er möchte sich noch nicht abschliessend äussern, da die Proben erst in die entscheidende Phase kommen. Sicher ist aber, dass er sich über die hohe Motivation freut. «Schauspielerinnen und Schauspieler übernehmen meine Ideen und setzen sie um. Doch es bleibt noch viel Arbeit zu tun. Das ist aber normal, so kurz vor der Premiere.» Diese findet am kommenden Samstag statt (siehe Kasten).

In dieser Endphase verändere sich normalerweise noch sehr viel. Zum Stück sagt er, dass in «Arsen und Spitzenhäubchen» sowohl mit lustigen als auch mit spannenden, unheimlichen und ab und zu etwas brutalen Szenen zu rechnen sei. «Ich hoffe, dass wir ein gutes Gleichgewicht zwischen dem boulevardesken und dem unheimlichen Teil finden werden.» Ein Kompliment hat er für den Bühnenbau bereit. «Kaum hatte ich die Pläne gezeichnet, da hatte Andreas Bon sie auch schon ausgeführt.»

Regieassistenz macht Spass
Nur lobende Worte findet Patricia Christmann, Regieassistentin, für den Regisseur. «Christian Kaeser hat mich von Anfang an in seine Arbeit einbezogen», sagt sie. «Das motiviert und macht grossen Spass, obwohl der Aufwand sehr gross ist.» Patricia Christmann ist es, die neben dem Regisseur an allen Proben dabei ist. Sie notiert Anweisungen des Regisseurs für die Bühne und die Beleuchtung, denkt an die Koordination zwischen den verschiedenen Beteiligten, organisiert Proben neu, ist beim Text behilflich und mehr. «Selber auf der Bühne zu stehen käme für mich aber nicht in Frage.»

Verantwortlich für die Kostüme ist Donatelle Frey, gelernte Damenschneiderin. Sie versuchte, die Vorstellungen von Christian Kaeser möglichst genau zu treffen. Dafür machte sie sich auf die Suche in Brockenhäusern der Region oder auch im Kostümverleih. «Die Kostüme selber zu nähen wäre vom Aufwand her nicht möglich gewesen.» Speziell sei gewesen, dass das Stück wohl Anfang des letzten Jahrhunderts spiele und die Kostüme entsprechend gewählt worden seien. «Doch Christian Kaeser weicht auch davon ab und wartet mit der einen und anderen Überraschung auf.»

Anspruchsvolles Spiel
Petra Fürer steht zum ersten Mal als Schauspielerin auf der Bühne. «Ich habe schon die eine und andere Aufführung der Thearteria gesehen», erzählt sie. «So wuchs mein Interesse, einmal selber auf der Bühne zu stehen.» Der Schritt habe sich gelohnt. Sie erlebe die Proben als spannend und lehrreich. «Doch zwischen der Idee und der Wirklichkeit besteht ein grosser Unterschied. Die Umsetzung eines Textes auf die Bühne mit einem überzeugenden Spiel dazu ist sehr anspruchsvoll.» Sie habe in der Zwischenzeit wohl schon viel gelernt, wolle aber doch noch einiges zulegen. «Im Team wurde ich sehr gut aufgenommen. Die Arbeit macht grossen Spass.»


 
   

Schliessen