Tagblatt-Online Archiv © by St. Galler Tagblatt AG  
    «Theater soll bewegen»  
   

Der Andwiler Theaterverein thearteria bereitet die Inszenierung des «Volksfeinds» von Ibsen vor

Andwil. Die Mitglieder des noch jungen Theatervereins thearteria in Andwil trafen sich auf der Andwiler Bühne zum Startschuss des diesjährigen Grossprojekts, der Inszenierung des «Volksfeinds» von Ibsen.

Wenige Stunden nach dem euphoristischen Zusammentreffen mussten sich die Mitglieder der thearteria mit dem plötzlichen Unfalltod des geschätzten und lebensfrohen Präsidenten Peter Egli auseinander setzen. Bestürzt und in tiefer Trauer erinnerten sich die damals Anwesenden an die aufmunternden Worte von Peter Egli beim ersten Zusammentreffen mit dem Regisseur, welcher den thearteria-Leuten sein Konzept vorstellte. Mit dem Einverständnis der Eltern und der Familie von Peter Egli führt die thearteria das Grossprojekt 2003 «Ein Volksfeind» von Henrik Ibsen (1828-1906) weiter.

Aktuelles Thema
«Der Volksfeind» von Henrik Ibsen bezeichnet Mirco Vogelsang, Regisseur, als Reduktion Ibsens auf eine Art Kammerspiel. Das Konzept des bereits mit «Pygmalion» in Andwil erfolgreichen Regisseurs mutet jedoch in keiner Weise konventionell an. Dies aus der gewagten und ebenso verlockenden Idee heraus, «Ibsen im 21. Jahrhundert» zu inszenieren.
Inhaltlich lässt sich die Thematik ohne Mühe auf die heutige Zeit übertragen. «Das Thema der Klassifizierung zu Volksfeinden ist aktueller denn je», erklärt Vogelsang. «Da kann sich ein jeder an der Nase nehmen.»

Bewegen, nicht unterhalten
Der Spagat zwischen Wirtschaft und Moral ist ein weiterer, unabstreitbarer Bezug zur Aktualität. Diese von der Wirtschaft oft totgeschwiegene Diskrepanz wird von gemeinnützigen Organisationen wie WWF oder Greenpeace aufgegriffen, um den gewinnsüchtigen Unternehmen den Spiegel vorzuhalten. Den Spiegel der Zeit will Mirco Vogelsang auch dem Publikum des «Volksfeinds» vor Augen führen. Die Besucher sollen nachdenklich, bewegt vom Theaterbesuch in ihre eigene Realität zurückkehren. Denn für Vogelsang ist klar: «Theater soll bewegen, nicht unterhalten.»

 
   

Schliessen