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Andwiler und Arnegger Schülerinnen und Schüler nehmen am Kinder-Theaterkurs
KITT teil
KITT steht für Kindertheater Thearteria. Für diesen vierteiligen
Kurs des Vereins Thearteria haben sich 36 Kinder der 3., 4. und 5. Klasse
angemeldet. Am ersten Mittwochnachmittag haben sie sich mit Gestik und Mimik
befasst.
RALPH A. OTTINGER
andwil-arnegg.
«Jetzt gehen alle durch den Raum wie Könige», fordert
Urs Tobler vom Verein Thearteria die fröhliche Kinderschar auf. Und
schon stolzieren sie erhaben, hochnäsig und würdevoll durch
die Gegend. «Jetzt seid ihr Polizisten», sagt dann der Kursleiter,
und plötzlich zücken alle einen imaginären Revolver, um
Gangster zu verfolgen. Nach der Bitte, wie Soldaten zu marschieren, stampfen
sie martialisch auf dem Parkett der Andwiler Ebnet-Bühne. «Nicht
alle Kinder entwickeln selbständige Ideen», erklärt Urs
Tobler dem Besucher, «viele schauen lieber zuerst, was die Kameraden
machen, um es dann zu imitieren.»
Auf dem Podium
Solange die Kinder als Gruppe agieren dürfen, haben sie keinerlei
Hemmungen. Sie toben ausgelassen umher. Doch dann erwartet Kursleiterin
Anita Züger, dass jedes Kind sich einen Satz ausdenkt, allein zum
kleinen Podium schreitet, sich darauf stellt und dann diesen Satz ins
Publikum spricht. Urs Tobler und Anita Züger zeigen je ein Beispiel,
in welchem sich schon beim Gehen der zu erwartende Satz ankündigt.
Ein Mädchen schlurft zum Podium, gähnt herzhaft und sagt: «Muss
ich denn wirklich schon so früh aufstehen?» Andere dagegen
rennen nur zum kleinen Podest, rufen schnell einen unverständlichen
Satz und eilen sofort wieder zurück. Trotzdem: Anerkennenswert, wie
diese Kinder ihre Scheu überwanden.
Pantomimen
Anita Züger teilt die 30 Kinder (weitere sechs waren angemeldet,
fehlten aber aus verschiedenen Gründen) in Gruppen ein. Jedes dieser
Fünfergrüppchen erhält zwei Zettel, auf denen Berufe stehen.
Diese sollen sie den Kameraden vorspielen, allerdings ohne Worte und ohne
Geräusche, sondern nur mit Gestik und Mimik. Das sind Pantomimen.
Die beiden Kursleiter zeigen wiederum an einem Beispiel, wie das funktionieren
kann. Das Publikum muss jeweils erraten, welche Berufe gezeigt werden,
Die kleinen Zuschauer entwickeln dabei ein erstaunliches Erkennungsvermögen.
Applaus! Eine Bubengruppe hat ein paar Probleme bei der Darstellung einer
Hausfrau, und man könnte beim Zuschauen beinahe meinen, es handle
sich um Löwenbändiger. Urs Tobler muss lachen: «Vielleicht
ist ja der Unterschied gar nicht so gross.»
Noch kein Theater
Die Kinder staunen, dass niemand von einer Geschichte, von einem Textbuch
oder von Rollenverteilung spricht. «Gibt es denn in diesem Theaterstück
wirklich genügend Rollen für alle?», wollen sie wissen.
Da erfahren sie, dass es jetzt noch gar nicht darum geht, wirkliches Theater
zu spielen. Denn die vier geplanten Nachmittage bieten nur die Vorübungen
dazu. Nachher vielleicht? Am ersten Kursnachmittag gings zum Beispiel
um Gestik und Mimik. Nächstes Mal geht es um . . . «Nein, das
verraten wir noch nicht», sagen Urs Tobler und Anita Züger,
als sie die Kinder nach zwei Stunden entlassen, «das erlebt ihr
ja dann.» Die Kinder hatten sichtbar den Plausch an diesem Nachmittag.
Ob sie wohl am nächsten Mittwoch alle wieder kommen werden? «Wir
sind selber gespannt darauf», sagt Urs Tobler. Denn niemand wird
dazu gezwungen, und vielleicht sind einige der Kinder sogar enttäuscht,
weil sie zwar intensiv gespielt, aber eben nicht wirklich Theater gespielt
haben. Die beiden Kursleiter gehen jetzt noch gemeinsam die Namensliste
durch und versuchen sich zu erinnern, wen sie bei den Übungen als
besonders begabt und ausdrucksstark empfunden haben. Das könnten
dann möglicherweise in einem später wirklich zu inszenierenden
Theaterstück die Rollenträger werden. Aber noch ist es eben
nicht so weit - drei ereignisreiche Nachmittage stehen noch bevor.
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