Tagblatt-Online Archiv © by St. Galler Tagblatt AG  
    Kommt «Pygmalion» nochmals?
 
    Verein Thearteria plant Kinderprojekt und sucht weiterhin nach einem Proberaum

Der Andwil-Arnegger Verein Thearteria blickt auf eine erfolgreiche Saison zurück. An der Hauptversammlung wurde der verwegene Plan vorgelegt, George Bernard Shaws «Pygmalion» in diesem Sommer auch andernorts zu zeigen.

RALPH A. OTTINGER

andwil-arnegg. Der Verein Thearteria zählte bis zur zweiten Hauptversammlung 31 Mitglieder, und nun hat er noch drei bisherige «Novizen» definitiv aufgenommen.


Kein finanzieller Kollaps

Präsidentin Itta Loher gab einen Rückblick auf das vergangene Vereinsjahr und erinnerte dabei an die vereinbarten monatlichen Theatertreffs, die aber meistens nur vom «erweiterten Vorstand» besucht wurden. Darum werden sie in Zukunft nur noch alle zwei Monate stattfinden, die nächsten am 19. April und am 15. Juni. Nach der «Derniere» von «Pygmalion» habe es ein grosses Aufatmen gegeben - und zum Glück auch keinen finanziellen Kollaps. Dies bestätigte Kassier Peter Egli, denn «Pygmalion» ergab für die Vereinskasse einen Gewinn von etwa 12 000 Franken. Das Budget 2002 rechnet mit einem Verlust von 3000 Franken. Das vor einem Jahr einbezahlte Startkapital kann zurückerstattet werden.


Nochmals «Pygmalion»?

Michael Benz orientierte über die Möglichkeit, «Pygmalion» nochmals aufzunehmen, allerdings nicht in Andwil, sondern an anderen Orten. So bestünde die Chance, vom 28. bis 30. Juni an der «Schweizerischen Biennale des Amateurtheaters» in Thun teilzunehmen. Das sei eine internationale Freilicht-Veranstaltung, man könnte auch an einem Wettbewerb mitmachen. Vom 14. bis 16. Juni werden die «Theatertage in Aarau» durchgeführt. Da könnte man an einem Freitagabend «Pygmalion» zeigen. An beiden Anlässen könnte man sein Stück nur einmal zeigen. Mehrere Aufführungen wären möglich im Fürstenlandsaal Gossau, im Stadtsaal Wil oder im Casino Herisau. In Gossau könnte man am 2., 5., 19. bis 24. und 29. Juni gastieren, in Wil wäre der ganze Juni noch frei, und in Herisau stünden der 12. bis 15. und der 22. Juni zur Verfügung. Eine konsultative Abstimmung ergab zwar eine deutliche Mehrheit für eine grundsätzliche Wiederaufnahme von «Pygmalion», dennoch wurden viele skeptische Einwände vorgebracht: Ein derart riesiger Aufwand für eine einmalige Aufführung? Sind Thun und Aarau nicht etwas weit weg? Gäbe es dort auch Einnahmen oder nur einen ideellen Prestige-Gewinn? Schliesslich wurden Zettel für eine verbindliche Umfrage ausgeteilt. Der definitive Entscheid werde nach der Auswertung gefällt.


Projekte mit Kindern

Itta Loher teilte mit, dass die Kirchgemeinde Andwil-Arnegg angefragt habe, ob sie an einem Anlass für alle freiwilligen Helfer der Gemeinde am 15. November mit einem «theatralischen Beitrag» von etwa einer Viertelstunde Länge auftreten würden. Ausserdem stellte sie das Projekt «Kitt» vor. Der Name steht für «Kinderthearteria» oder «Kindertheater-Thearteria». Dabei sollen die Kinder von der 3. und bis zur 5. Klasse die Akteure sein. Das Projekt könnte mit einem Theaterkurs vor und nach den Herbstferien beginnen. Dann würden die definitiven Anmeldungen aufgenommen. Während der Sommerferien werde ein passendes Stück ausgesucht, geprobt würde ungefähr von Januar bis März 2003. Im April gäbe es drei bis vier Aufführungen. Die Präsidentin forderte die Mitglieder auf, sich dafür zur Verfügung zu stellen.


Vereinslokal gesucht

Itta Loher erinnerte auch daran, dass sie im Gemeindeblatt den Aufruf publiziert habe, dass die Thearteria ein Vereinslokal suche, in dem man sich treffen und proben könnte. Bisher habe sich leider noch niemand gemeldet, weshalb alle Mitglieder weiterhin die Augen offen halten sollten. - Claudia Mauss und Philip Heselton wurden für ihre «besonderen Verdienste» um den Verein zu ersten Ehrenmitgliedern ernannt.

 
   

Schliessen