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Andwiler «Thearteria» blickt auf ihre «Pygmalion»-Saison
zurück
Der Verein Thearteria existiert erst seit wenigen Monaten und ist kürzlich mit einer Inszenierung der Komödie «Pygmalion» von George Bernard Shaw gestartet. «Wir sind wahnsinnig zufrieden mit dem Erfolg», freut sich Präsidentin Itta Loher.
andwil. In Andwil wird schon seit vielen Jahren von jungen Leuten erfolgreich Theater gespielt, aber früher waren das immer Produktionen gewesen, die von Jungmannschaft und Kongri gemeinsam - gewissermassen unter der Obhut der Kirche - angepackt wurden. Das hatte zwar stets bestens funktioniert, aber dennoch entschlossen sich dann die «angefressensten Theaterfreaks» dieser beiden Institutionen, einen neuen Verein eigens für die Theaterarbeit zu gründen. Dabei fragten sie sich allerdings schon etwas besorgt, ob das in der Gemeinde und in der Region wohl akzeptiert würde. Diese Bedenken erwiesen sich inzwischen glücklicherweise als unnötig.
Itta Loher, die Präsidentin des neuen Vereins Thearteria, kann mit Genugtuung auf die erste Spielzeit mit der Inszenierung von George Bernards Shaws «Pygmalion» zurückblicken. Die doppelte Premiere der Komödie und des Vereins kam beim Publikum sehr gut an. «Wir hatten Vorstellungen mit reiner Theaterbestuhlung», berichtet sie, «aber auch kombinierte Anlässe mit Bankett.» Es habe sie allerdings ein wenig verblüfft, dass sich weniger Leute für das Essen interessiert hätten. Die Mehrheit habe es nämlich vorgezogen, nur die Aufführung zu besuchen. «Wir empfinden das aber als Kompliment», versichert Itta Loher, «denn damit entfernt sich unsere Inszenierung irgendwie von den traditionellen Abendunterhaltungen der übrigen Dorfvereine. Die Menschen sind also wirklich nur gekommen, um unser Theaterstück zu sehen.» Die hohen Ansprüche, die von der «Thearteria» an die eigenen Mitglieder und auch an das Publikum gestellt worden seien, würden auf diese Weise überzeugend honoriert.
Das Stück «Pygmalion», wie es von Mirco Vogelsang inszeniert worden sei, habe von allen Beteiligten viel verlangt, stellt die Präsidentin fest. Nicht nur die Darsteller auf der Bühne, sondern auch die Techniker, Handwerker, die administrativ Tätigen, einfach alle seien überaus stark gefordert worden. Und am Schluss habe man dann einen gewissen Verschleiss an körperlicher und nervlicher Kraft verspürt. «Der Abstand von zwei Jahren zwischen grösseren Produktionen scheint mir daher angemessen zu sein», meint Itta Loher. Und vielleicht werde die nächste Inszenierung nicht mehr gar so aufwendig ausfallen wie «Pygmalion». Doch darüber sei jetzt noch kein Entscheid gefallen. «Im Februar 2002 haben wir unsere Hauptversammlung, und da wird es einiges zu diskutieren geben.»
Ist es nicht ein Frust für jene Vereinsmitglieder, die jeweils «hinter den Kulissen» zu wirken haben und daher auf den Applaus auf der Bühne und auf die guten Kritiken in der Zeitung verzichten müssen? Oder wird in diesem Verein irgendwie zwischen «Stars» und «Kulissenschiebern» unterschieden? Itta Loher lacht über diese Frage: «Unsere Statuten besagen, dass jedes Mitglied mindestens zwei Ressorts zu übernehmen hat. Wer auf der Bühne steht, muss also zwingend auch noch eine weitere Arbeit besorgen. Das kann dann zum Beispiel Schreinern, Schneidern, Kulissen malen, Programmtexte schreiben, Werbung organisieren, Sponsoren suchen oder anderes sein.» Natürlich gebe es gewissermassen Stars unter den Darstellern, indem diese eben auf der Bühne besonders gut und wirkungsvoll seien, aber entsprechende Allüren würden nicht geduldet. Und offensichtlich bestehe auch keine solche Gefahr. «Wir sind ein ganz tolles Team», sagt die Präsidentin mit Überzeugung, «alle sind überaus willig, motiviert und hilfsbereit, und wir haben so gut zusammengearbeitet, dass es eine reine Freude war.» Nach einer gebührenden Pause würden sicher alle wieder begeistert mitmachen.
Aber der Verein ziehe sich jetzt trotzdem nicht in einen Winterschlaf zurück, betont die Präsidentin. Wenn in einem Zwischenjahr keine grosse Inszenierung geplant sei, liesse sich vielleicht ein Theaterkurs mit einer anerkannten Kapazität für alle Mitglieder durchführen. Oder man könnte im Laufe des Sommers irgendetwas mit den Kindern im Dorf unternehmen. «Aber das sind überhaupt noch keine konkreten Pläne», versichert Itta Loher, «sondern das rede ich jetzt einfach nur so daher. Über unsere weiteren Aktivitäten wird natürlich der Verein in seiner Gesamtheit zu entscheiden haben.» Der Start der «Thearteria» ist offensichtlich geglückt. Aber alles, was nun weiterhin kommt, wird dann natürlich mit der Komödie «Pygmalion» von 2001 verglichen werden. Doch bei so viel Idealismus, Einsatzbereitschaft und Wille zur Professionalität braucht man sicher keine Bedenken zu haben. Man darf also auf die weiteren Aktivitäten gespannt sein.
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